Geschichte des Hauses
Sie haben nun die jüngere Geschichte des Hotel Rössle kennen gelernt, aber was war vor 1945? Wir haben einmal in den Geschichtsbüchern und alten Aufzeichnungen recherchiert und konnten interessante Fakten über die Geschichte des Rössle in den 300 Jahren seit der Übernahme durch die Familie Barth entdecken. Sollten Sie Ergänzungen oder Korrekturen über die hier aufgezeigten Daten einbringen wollen, können Sie uns gerne kontaktieren.
1569: Erste Urkundliche Erwähnung des Gasthauses Rössle, bezeichnet als Gasthaus "oben im Dorf"
1618-1648 Im dreißigjährigen Krieg wurde Dobel schwer in Mitleidenschaft gezogen, von den 120 Einwohnern im Jahre 1620 sind nach Kriegsende nur noch 15 übrig.. In den letzten Kriegsjahren belagerten schwedische Truppen den Dobel und bezogen im Ort quartier - vermutlich auch im "Rössle"
1704 Übernahm die aus Calmbach stammende Familie Barth das landwirtschaftliche Gut mit der Schilderwirtschaft Rössle, neben der Kirche
1706 Markgraf Ludwig von Baden legte zum Schutz der Heimat vor den französischen Truppen die Ettlinger Linie an, dazu steht folgendes in den Dobler Kirchenbüchern:
Von 1711 Ein Teil der Besatzung der Ettlinger Linie lag in Dobel, Neusatz und Rotensol
Von 1711 bis 1714 lagen Soldaten der Ettlinger Linien auf dem Dobel
Von 1714-1718 War Pfarrer Staudel Ortsgeistlicher. Er trug im Geburtenbuch viele
Soldatenkinder ein und berichtete u.a., dass etliche Dobler Töchter "Soldatenehen" schlossen; daneben sei viel Kriegsvolk in Dobel gelegen gewesen.
1796 Dobel war Schlachtfeld, als die Truppen Napoleons, damals noch General Bonaparte, auf dem "Dobelberg" auf die Österreicher trafen. In der 3-tägigen Schlacht standen sich 45000 Franzosen und 36000 Österreicher gegenüber und bis die Franzosen den Dobel einnehmen konnten mussten mehrere tausend Soldaten auf beiden Seiten das Leben lassen. Flurbezeichnungen wie "Franzosenäcker" zeugen heute noch davon.
1799 Der erste Prominente Gast logiert für einen Monat im Rössle - Johann Peter Hebel
1800 Die Pocken grassierten in Dobel, Es gab 60 Tote
1804 Eine weitere Seuche suchte sich ihre Opfer in Dobel der "schwarzen Blatter" fielen 14 Menschen zum Opfer
1814/15 In den sogenannten "Befreiungskriegen war Dobel für zwei Monate russisches Depot und so mit 80 Mann belagert. In diesen Tagen grassierte ein gefährliches Nervenfieber und forderte zwischenzeitlich an einem einzigen Tage neun Todesopfer.
1848/49 Während der Revolutionsjahre wurde Dobel als Grenzland zu Baden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Als in Baden nach der gescheiterten Revolution das Chaos ausbrach wurden Preußische Truppen ans Grenzland entsandt, um ein Übergreifen auf Württemberg zu verhindern. Dobel war Aufmarschgebiet für die Preußen, um über Herrenalb in Richtung Gernsbach zu ziehen, wo die aufständischen Studenten in die Flucht geschlagen wurden.
Dobel ist vom 18-- bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Rastplatz für die Pferdegespanne der Postkutschen. Im Rössle wurden damals beide versorgt. Unten im Stall wurden die Gespanne gewechselt und die Tiere konnten sich von dem anstrengenden Weg hoch auf den Dobel erholen. Im Wirtshaus kehrten die Gäste der Postkutsche ein um sich für die Weiterfahrt zu stärken.
Um 1910 übernimmt Ernst Barth das Gasthaus Rössle von seinem Vater Friedrich.
Der durch die Bürgermeister Schuon und Allinger angekurbelte Fremdenverkehr beginnt in Dobel zu wachsen. Das Rössle wird zum Gasthaus Pension Rössle
1914 Ernst Barth wird zum Kriegsdienst in Frankreich eingezogen und kehrt erst
1918 wieder heim
20er Jahre aufgrund der Wirtschaftskrisen und der Inflation ist man im "Rössle" hauptsächlich auf den landwirtschaftlichen Betrieb angewiesen
30er Jahre Der Fremdenverkehr in Dobel wird durch das politische "KdF- Programm" wieder angekurbelt. Das Rössle beherbergt zahlreiche "Ausflügler" und Wochenendgäste aus den umliegenden Städten Karlsruhe, Mannheim oder Stuttgart, die durch organisierte Busreisen auf den Dobel "gebracht" wurden.
1941 Willi Barth beginnt seine Lehre als Koch in Pforzheim, sein älterer Bruder Alfred wird zum Kriegsdienst eingezogen.
1942 Willi Barth wird ebenfalls zum Kriegsdienst eingezogen
1944 Alfred Barth erliegt am 16.1.1944 im Osten seiner Kriegsverwundung und stirbt nur zwei Tage nach seinem 24. Geburtstag
Am 04.12.44 wird Dobel Opfer eines Bombenangriffs, das Hotel Sonne in der Hauptstraße wird zerstört und es sind insgesamt 24 Tote zu beklagen. Eine Fliegerbombe verfehlt das "Rössle" und die Kirche nur knapp und schlägt 100 m entfernt neben dem Schulhaus ein.
1945 Willi Barth gerät in französische Kriegsgefangenschaft, kann nach einigen Monaten fliehen und kehrt im Spätjahr zurück auf den Dobel. Dort muss er feststellen, dass sein Geburtshaus von einer französischen Holzfällerkompanie besetzt wird. Er muss sich monatelang im Ort verstecken, um nicht erneut in Kriegsgefangenschaft zu geraten.
1948 Der Rössles-Wirt der 6. Generation, Ernst Barth stirbt, sein einzig verbliebener Sohn Willi übernimmt den Betrieb.
1951 Nach der Heirat mit Monika Barth, geb. Müller beginnt der Wiederaufbau des durch die Besatzungszeit schwer beschädigten Gasthauses. Tochter Doris wird geboren, auf sie folgen 1953 Sohn Ernst und 1961 Tochter Elvira.
1975 Achim Barth, Sohn von Doris Barth wird geboren
1978 Patric Barth, Sohn von Ernst Barth wird geboren
1979 Elvira Barth stirbt nach einem tragischen Verkehrsunfall mit 17 Jahren
2000 Willi Barth stirbt nach langer Krankheit, die Geschwister Doris und Ernst Barth übernehmen den Betrieb.
2012 Der Familienbetrieb wird inzwischen in der 9. Generation fortgeführt.




